Plotten – alles, was du wissen musst!

Wenn du in der Näh- (oder Bastel-) Szene in den Sozialen Medien unterwegs bist, hast du garantiert schon mal was davon gehört: Plotten! Aus mehreren guten Gründen lassen sich beide Hobbys einfach fabelhaft miteinander kombinieren. Aber WAS ist Plotten denn jetzt genau? Ich erkläre das gerne folgendermaßen:

Plotten ist wie Drucken. Nur krasser.

Das war die Kurzversion.Wenn du es genauer wissen willst, dann erkläre ich dir hier, was ein Plotter ist, was du mit einem Plotter alles machen kannst und was du zum Plotten berauchst.

Was ist Plotten?

Aber mal der Reihe nach.
Also: Ein Plotter ist genau genommen ein Zeichengerät, das Kurven zeichnet. Wovon wir hier im Speziellen reden, ist ein Schneideplotter und der schneidet eben. Äußerlich einem Drucker tatsächlich nicht so unähnlich, ist im Plotter ein kleiner „Schlitten“ integriert, welcher in Betrieb hin- und her fährt und dabei die von der Datei vorgegebenen Linien nachzeichnet. Der Clou ist dabei: Es ist ein spezielles Messer eingesetzt, so dass der Plotter beim Nachfahren der Linien diese exakt schneidet („plottet“)!

Silhouette Cameo Plotter

Auf dem Foto siehst du die zwei Messer meines Plotters: An den beiden senkrechten Plastikstiften ist auf der unteren Seite je eine kleine, sehr scharfe Klinge integriert.

Geplottet werden entweder fertig gekaufte Grafiken oder selbst erstellte. Die Grafiken müssen bestimmten technischen Kriterien entsprechen und in besonderen Dateiformaten vorliegen: Die gängigen Formate für Plotterdateien sind SVG und DXF (abhängig vom Plottermodell und der zugehörigen Software).

Die gängigsten Plottermodelle

Glaub mir: Es sieht nur auf den ersten Blick so unübersichtlich aus.
Für Plotter im Hobbybreich gibt es im Wesentlichen drei Hersteller: Silhouette, Cricut und Brother. Alle drei haben jeweils unterschiedliche Modelle im Angebot. Hier zeige ich dir die aktuell wohl beliebtesten:

Ich selbst habe einen Silhouette Cameo* und bin damit super zufrieden!
Die Überlegung, welchen Plotter du dir anschaffen solltest, würde den Rahmen dieses Beitrags übers Plotten sprengen, das erkläre ich dir ein andermal.

Das Gute ist: Mit keinem der Modelle machst du etwas falsch! Die Unterschiede liegen vor allem in der jeweiligen Software. Kleinere Unterschiede gibt es auch beim Zubehör, bei der Dicke des schneidbaren Materials usw. Am meisten verbreitet ist meiner Einschätzung nach die Marke Silhouette mit den beiden Modellen Cameo* und Portrait* – weswegen du hierzu wahrscheinlich auch am ehesten Unterstützung in diversen Foren und Gruppen finden wirst.

Grundsätzlich können alle Geräte alle Dateien plotten, die du beispielsweise im Shop von Hello Goldmarie kaufen kannst.

Und was hat das alles mit Nähen zu tun?

So, und jetzt kommt’s: Die aus einem speziellen Folienmaterial* geplotteten Motive können als Bügelbilder deine genähte Kleidung ganz individuell aufpeppen und noch ein Stückchen besonderer machen, als sie ohnehin schon ist. Es gehts nichts über einen tolles Schnittmuster, umgesetzt aus schlichtem Stoff – mit einem flotten Plott als I-Tüpfelchen und Eyecatcher! Das können zum Beispiel minimalistische Schriftzüge sein oder richtig aufwendige Grafiken und Illustrationen. 

In meinem Shop auf hello-goldmarie.de biete ich dir eine ständig wachsende Auswahl an fix & fertigen und umfassend geprüften Dateien für Erwachsene und für Kinder zum Plotten.

Ist Plotten nicht schwierig und kompliziert?

Kurze Antwort: Nein! Ich behaupte, wer nähen kann, der kann auch plotten. Ersteres ist nämlich bedeutend komplizierter. Und wer einen Drucker bedienen kann, der sollte auch mit einem Plotter keine Schwierigkeiten haben. 

Das Funktionsprinzip ist nämlich erstaunlich ähnlich: In beiden Fällen schickt man im Wesentlichen einfach nur eine bestehende Datei an ein Gerät und sagt diesem vorher, was genau zu tun ist: Wie schnell und wie tief soll geschnitten werde? Wie dick ist das verwendete Material? Klingt einfach? Ist es auch!
Hat man sich hier ein klein wenig in die Materie eingelesen, ist das Plotten kein Hexenwerk, sondern ein Riesenspaß. (Ich finde es zuweilen sogar ganz meditativ, weil man einfach zusehen kann, wie der Plotter seine Kurven zieht…)

Die einzige Handarbeit, die vonnöten ist, ist das Herauslösen des fertig geschnittenen Motivs aus der Folie bzw. das Trennen von Motiv und „Abfall“. Die Profis unter uns nennen diesen Vorgang „Entgittern“, und auch diese Tätigkeit kann unglaublich entspannend wirken 😉 #entgitternistmeinyoga

Was brauche ich alles zum Plotten?

Gar nicht so viel! Als erstes natürlich einen Plotter. Einige bekannte Modelle habe ich dir weiter oben in diesem Beitrag schon kurz vorgestellt. Der Plotter nimmt übrigens nicht mehr Platz ein als eine durchschnittliche Nähmaschine, eher weniger. Außerdem benötigst du als Material die Folien zum Erstellen der Bügel- oder Klebebilder. Soweit die Grundvoraussetzungen.
Ein paar kleine Helferlein und Werkzeuge wie eine Pinzette oder andere Werkzeuge zum Entgittern sind hilfreich und bei einigen Plottern schon im Lieferumfang erhalten (oder notfalls in jedem durchschnittlich ausgerüsteten Haushalt zu finden).

Das beinahe Schönste am Plotten sind die Folien, die das Bügelbild als solches erst als fertiges Werk entstehen lassen. Es gibt ähnlich wie bei Stoffen (hallo neue Sucht!) eine riesige Anzahl an Materialien, Farben und Mustern. Somit gleicht quasi kein Plott dem anderen, denn je nach ausgewählter Folie kann ein und die selbe Grafik ausgeplottet völlig verschieden wirken. 

Kleine Kostprobe gefällig? Hier mal eine bescheidene Auswahl aus meinem persönlichen Folienfundus:

Sortiment Plotterfolien

Von schlicht einfarbig über Glitzer und Metallic bis hin zu Aquarell-Effektfolien ist eigentlich für jeden Geschmack mehr als genug vorhanden. Sogar das Gestalten aufwendiger mehrfarbiger Motive, die aus verschiedenen Folien übereinander geschichtet werden, ist mit etwas Übung möglich. (Meine Plotterdateien enthalten alle eine Anleitung, die dir erklären, wie das genau funktioniert.)

Und was kostet das Plotten so?

Ich behaupte mal: Weniger als Nähen! Die Anschaffungskosten des Plotters richten sich je nach Hersteller und Modell und gehen bei etwa 179 Euro los. Auch dafür bekommt man schon sehr ordentliche und fähige Schneideplotter.

Die zum Plotten notwendige Software (jeder Hersteller hat seine eigene) ist übrigens immer schon im Preis des Geräts inbegriffen. Manchmal gibt es auch zusätzlich noch kostenpflichtige, aber erschwingliche Upgrades als Premium-Versionen, die sich in vielen Fällen auch absolut lohnen und großen Mehrwert bieten. Ich selbst nutze auch solch eine Premium Software für meinen Plotter.

Die Folien werden im praktischen A4 Format verkauft oder manchmal auch als Meterware. Ich selbst bevorzuge aus Gründen der besseren Lagerfähigkeit die bereits zugeschnittenen A4 Folien. Größer plotte ich eigentlich eh nie, für Textilien und Bastelarbeiten riecht mir das völlig!

Profitipp: A4-Plotterfolien lassen sich super in Dokumentemappen* farblich sortiert aufbewahren!

Als Verbrauchsmaterial musst du außerdem die Schneidematte* einkalkulieren, die regelmäßig erneuert werden muss. Auf diese Matte wird die Folie bzw. das zu schneidende Material aufgelegt. Damit nichts verrutscht, sind die Matten mit einer Klebeschicht versehen. Diese nutzt sich mit der Zeit ab und muss daher erneuert werden. Wie oft die eine neue Matte benötigst, hängt davon ab, welche Materialien du plottest und wie sorgsam du die Matten handhabst 😉 Papier nutzt die Matten erfahrungsgemäß schneller ab als Bügelfolien.

Plottermatte

Als Anhaltspunkt: Ich plotte meist mehrmals wöchentlich und benötige nicht mehr als 4-5 Matten im Jahr. Ich achte darauf, dass sie nach der Benutzung mit der beiliegenden Schutzfolie verstaut werden, das verlängert die Lebenszeit.

Damit die fertigen Plotts es dann später auch auf die Kleidung schaffen, brauchst du ein haushaltsübliches Bügeleisen oder eine Transferpresse.

Die Folien haben eine hitzeempfindliche Rückseite, die sich durch Wärme und Druck mit dem Textil dauerhaft verbindet. Werden sie sachgemäß aufgebracht, überstehen solche Bügelbilder problemlos viele, viele Wäschen und sogar den Trockner. Ein Bügeleisen reicht für den Anfang völlig aus. Ansonsten ist eine Transferpresse aber eine enorme Arbeitserleichterung, mit der sich noch professionellere und haltbarere Ergebnisse erzielen lassen.

Unterschiedliche Transferpressen

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Die Pressen gibt es mit automatischem Druck und solche, bei denen man selbst Druck ausüben muss. Ich habe eine automatische Bügelpresse, weil ich das angenehmer finde. Außerdem gibt es verschiedene Größen – je nachdem, wie viel Platz man übrig hat und wie viel Fläche man benötigt.

Woher bekomme ich Motive zum Plotten?

Mit dem Plotten ist es ähnlich wie mit dem Nähen: Man benötigt eine Vorlage. Beim Nähen sind das Schnittmuster, beim Plotten spezielle Dateien. Beides kann man theoretisch selbst erstellen. Nicht jeder ist aber in der Lage, Schnitte zu entwerfen, geschweige denn zu gradieren. Und nicht jeder kann mit Grafiksoftware umgehen, um Plotterdateien zu erstellen oder hat die nötige Kreativität dazu.

Ebenso wie man Schnittmuster kaufen kann, gibt es auch fix und fertige Plotterdateien von verschiedenen Anbietern. Sie müssen weder installiert, noch irgendwie nachträglich bearbeitet werden. Man öffnet sie einfach mit der jeweiligen Plottersoftware, schickt sie mit ein paar Voreinstellungen an den Plotter – et voilà! Fertig ist das Bügelbild.

Ich bin mit Leib und Seele Grafikerin und erstelle kreative, moderne und hochwertige Plotterdateien, die auch Anfängern gelingen! Schau doch mal rüber in den Shop auf www.hello-goldmarie.de und entdecke deine Lieblingsmotive! Von frech bis niedlich, elegant oder lässig, für Groß und Klein. Alle mit einer anfängertauglichen Anleitung und vor Veröffentlichung  auf Herz und Linie geprüft für besonders große Nutzerfreundlichkeit.

Am besten startest du mit einem meiner Freebies: Diese Plotterdateien kannst du dir völlig kostenlos herunterladen und nach Herzenslust für deine Kreativprojekte nutzen!

Hol dir dein Plotterfreebie!

Kann ich mit dem Plotter nur Bügelbilder herstellen?

Das ist das Allertollste am Plotter: Er ist relativ wenig wählerisch und schneidet alles, was flach genug ist, um unter das Messer zu passen. Zum Beispiel (abhängig vom Modell!) auch Papier, Filz, Moosgummi, Stoff, Klebefolien oder Pappe. Man ahnt es bereits: Der Einsatzbereich geht deutlich über Bügelbilder hinaus! Auch Applikationen aus Stoff können mit dem Plotter zugeschnitten werden, Labels aus Snap Pap oder Grußkarten, Aufkleber, Schachteln, Schablonen und sonstige Papierbasteleien

Es gibt sogar bei einigen Geräten eine Funktion zum Erstellen von Schablonen für Straßsteinchen auf Kleidung. Und selbstklebende Vinylfolien eröffnen noch mal ganz neue Möglichkeiten: Von Fensterdekoration über das Bekleben von Tassen bis zum Wand Tattoo kann man quasi „alles“ damit machen. Sogar zeichnen kann der Plotter, wenn man das Messer gegen einen Spezialstift austauscht. 

Ich lüge nicht, wenn ich sage, der Plotter ist eins der vielseitigsten und kreativsten elektrischen Geräte in unserem Haushalt 😉

Mehr über die Möglichkeiten eines Plotters erzähle ich dir im nächsten Blogbeitrag.

Stay tuned! 😉

7 Idee über “Plotten – alles, was du wissen musst!

  1. Veronika sagt:

    Hallo und herzlichen Dank für die gute Erklärung / Übersicht. Ich selbst nähe nicht – jedoch basteln und beschriften usw. Ist sehr informativ dein Beitrag und macht mir die Entscheidung kaufen oder nicht kaufen leichter – DANKE dafür

    • Goldmarie sagt:

      Ja, das sollte man sich gut überlegen 🙂 Am besten schaust du dir die Modelle genau an und überlegst anhand einer Checkliste, was dir wicht8g ist und was weniger wichtig. So kannst du schon einiges vorsortieren. Und im Zweifelsfall einfach immer das nehmen, was am hübschesten ist 😉

  2. Dagmar Poets sagt:

    Toller Beitrag, danke dafür. Bin sehr interessiert, habe mir selbst auch Anfang des Jahres einen gegönnt und will nun endlich damit durchstarten. Leider hab ich noch nichts als Folie zum Aufkleben. Was kannst Du mir empfehlen. Möchte Schriftzüge auf Vorratsdosen , Ordner und Aufkleber für zum Beispiel Holzwaren herstellen.

    Lieben Gruß Daggi Poets

    • Goldmarie sagt:

      Hallo Dagmar, freut mich, dass dir mein Beitrag ein bisschen weiterhelfen konnte.
      Zum Thema Plotterfolienkunde wird es noch mal einen eigene Beitrag geben, weil man da wirklich erstmal den Durchblick bekommen muss.

      Für das, was du vorhast benötigst du Vinylfolie. Diese ist selbstklebend und muss daher nicht aufgebügelt werden. Ich verwende gerne die Folie Oracal 631, diese ist matt und man bekommt sie auch gut wieder ab, wenn man das Motiv mal wechseln möchte. Es gibt auch glänzende (zB Oracal 621 und 651), das ist Geschmackssache. Damit du die Motive 1:1 auf die Gegenstände bekommst, brauchst du noch sogenannte Transferfolie.

  3. Sabine Thuss sagt:

    Sehr, sehr interessant, ich bin irgendwie schon dabei mir oder für unsere Nähgroup ein Plotter Gerät anzuschaffen. Es gibt ja wirklich viele Möglichkeiten mit diesem Gerät zuarbeiten. Toll.

    • Goldmarie sagt:

      Hallo Sabine, ja das stimmt, man kann so viel mehr mit dem Plotter machen als nur Bügelbilder bzw. ihn zum Nähen als Ergänzung. Ich wage zu behaupten, nach Kaffee- und Waschmaschine ist er hier im Haushalt das meistgenutze Gerät 😀
      LG

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